KI spart Zeit. KI automatisiert Routinen. KI steigert die Effizienz. Das stimmt – und das ist gut so. Aber reicht das als Maßstab für nachhaltige KI?
Wenn wir bei Kindern akzeptieren, dass sie Rechnen, Lesen und Schreiben lernen müssen – obwohl es längst Taschenrechner und KI gibt – dann stellt sich dieselbe Frage auch im Berufsleben: Was wollen wir als Menschen weiterhin selbst können? Und was geben wir bewusst ab?
In dieser Folge von Vom Hype zum Handeln spreche ich mit Roman Mesicek – Nachhaltigkeitsberater, Unternehmer und Lehrender – über eine Perspektive, die im KI-Diskurs oft fehlt: Nachhaltigkeit. Nicht nur als Stromverbrauch. Sondern als Frage nach Kompetenz, Verantwortung und dem, was wir als Gesellschaft langfristig wollen.
KI zwischen Entlastung und Verantwortung
Roman Mesicek kommt nicht aus der KI-Welt – sondern aus der Nachhaltigkeit.
Genau diese Perspektive macht den Unterschied:
👉 Er stellt nicht nur die Frage „Was kann KI?“, sondern
👉 „Was wollen wir als Menschen weiterhin selbst können?“
Und das ist eben selten die x.te Mitschrift, die wir dann gar nicht lesen
.
JETZT REINHÖREN in Folge 31 >> mit Nachhaltigkeits-Professor Roman Mesicek
Wir sprechen darüber, warum nachhaltige KI weit mehr im Blick hat, als den Stromverbrauch.
✔ warum Nachhaltigkeit weit mehr ist als der Energieverbrauch von Rechenzentren
✔ wann Effizienz durch KI echte Entlastung bringt – und wann nur zusätzliche Aktivität
✔ welche sozialen Konsequenzen entstehen, wenn Lernorte verschwinden
✔ warum Datensouveränität und europäische Modelle unterschätzte Nachhaltigkeitsfaktoren sind
✔ was es bedeutet, wenn Juniors keine einfachen Aufgaben mehr übernehmen
✔ wie nachhaltige KI-Nutzung konkret aussieht – jenseits von Verboten und Hypes
Denn am Ende geht es nicht darum, KI zu bremsen. Sondern darum, sie mit Bedacht einzusetzen – und zu verstehen, was wir dabei in Kauf nehmen.
Effizienz ist kein Selbstzweck.
Zehn Personen in einem Meeting lassen dieselbe Besprechung transkribieren. Jede erstellt danach eine eigene KI-Zusammenfassung. Am Ende hat niemand dasselbe Ergebnis – und niemand weiß mehr, ob ein gemeinsames Verständnis entstanden ist.
Denn jeder Effizienzgewinn sollte vorab die Gegenfrage mit Ja beantworten können: Brauche ich das überhaupt?
Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen.
Der Stromverbrauch von Rechenzentren ist real – aber er variiert enorm. Eine Textanfrage ist nicht dasselbe wie ein permanent laufendes Agentensystem. Hinzu kommen Datensouveränität, ESG-Anforderungen und die Frage, welche Modelle und Anbieter zum eigenen Wertegerüst passen. Die „nachhaltige KI“ gibt es nicht. Aber es gibt bewusstere und weniger bewusste Entscheidungen.
Soziale Nachhaltigkeit wird unterschätzt.
Empfang, Protokoll, Recherche, Kundenservice – viele Tätigkeiten, die heute automatisiert werden, galten als langweilig. Gleichzeitig waren sie Lernorte. Wer als Junior nie selbst recherchiert, analysiert oder Protokoll geführt hat, kann später die Qualität von KI-Ergebnissen schwerer beurteilen.
Lernen hat einen Wert, der über das Ergebnis hinausgeht.
Nicht der kürzeste Weg zum fertigen Output ist das Ziel – sondern das Verständnis, das auf dem Weg entsteht. Das gilt für die Schule genauso wie für Unternehmen. Wer nie selbst recherchiert, schreibt oder analysiert hat, kann auch die Qualität von KI-Ergebnissen schwerer beurteilen – und genau das wird zum Problem.
Die nachhaltigste KI-Nutzung ist nicht die vollständige Automatisierung.
KI dort, wo sie stark ist: Vorrecherche, Zusammenfassungen, Strukturierung, Routinen. Mensch dort, wo er unverzichtbar bleibt: Entscheidungen, Verantwortung, Kreativität, Kundenbeziehungen, ethische Fragen.
Roman betont:
👉 KI kann einzelne Tätigkeiten ersetzen, aber vor allem
👉 sollte sie möglichst viele Menschen wirksamer machen.
Takeaways für die Praxis
- Effizienz braucht immer die Gegenfrage. Bevor du einen Prozess automatisierst: Brauche ich diesen Output wirklich – oder erzeuge ich nur Aktivität?
- Nachhaltigkeit ist mehr als Stromverbrauch. Prüfe auch: Wo liegen meine Daten? Welche Anbieter passen zu meinen Werten? Was sind meine ESG-Anforderungen?
- Soziale Nachhaltigkeit beginnt im Unternehmen. Überlege, welche Tätigkeiten Lernorte sind – und ob du sie wirklich vollständig automatisieren willst.
- Wer KI-Ergebnisse beurteilen soll, braucht Fachkompetenz. KI kann nur so gut gesteuert werden, wie das eigene Fachwissen reicht. Kompetenzaufbau bleibt Führungsaufgabe.
- Vorsichtig eingesetzt heißt: bewusst eingesetzt. Nicht jedes Tool, das verfügbar ist, muss sofort genutzt werden. Weniger, dafür gezielter.
- Die nachhaltigste KI-Nutzung ist Mensch-Maschine-Kollaboration. KI für Routinen und Vorbereitung. Mensch für Entscheidung, Verantwortung und Beziehung.
- Wir stehen ganz am Anfang dieser Debatte. Die Fragen zur sozialen Nachhaltigkeit von KI werden lauter werden. Wer sie heute stellt, ist vorbereitet.
Über Roman Mesicek: Forscher, Unternehmer, Professor und Berater
Gesprächspartner Roman Mesicek ist Nachhaltigkeitsberater, Mitgründer mehrerer Unternehmen und Lehrender an verschiedenen Hochschulen im DACH-Raum. Als Gründer der Sustainability Academy sorgt er für Micro-Learning zum Thema Nachhaltigkeit.
Roman Mesicek berät Organisationen zu nachhaltiger Entwicklung – immer an der Schnittstelle von Wirtschaft, Umwelt und sozialer Verantwortung.
Durch seine Lehrtätigkeit ist er in den letzten Jahren tief ins KI-Thema eingestiegen – mit einem Blick, der weit über die Technologie hinausgeht.
ÜBER DEN PODCAST
Host in Folge 31 ist Petra Liebl, Expertin für digitales Marketing mit KI und langjährige Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Marketing.
Mit ihrem digitalen und Marketing-Background geht es für Petra darum, den Blick weg von Tools, hin zum zentralen Erfolgsfaktor für digitale Transformation zu lenken: Dem aktiven Gestalten von und für Menschen in Organisationen – und dabei den Blick für Chancen aber auch kritisches Denken und Handeln im Umgang mit KI-Tools zu schärfen.
Erfolgreiches Marketing beginnt nicht bei der KI, sondern bei deinen Stärken, deiner Tonalität und deiner Zielgruppe.
Deshalb hat Petra FELIX entwickelt: ein KI-Marketing-System für KMUs und Einzelunternehmer, das markentreue Texte und Social-Media-Posts liefert – ganz ohne KI-Vorwissen.
Mehrere Prompts sind als Workflow zB in Assistenten integriert. Diese Assistenten liefern ‚automatisch‘ – also ohne zusätzliches Prompting – fertige Ergebnisse für bestimmte Aufgaben.
Petra LIEBL – Content Bakery
Als erfahrene Onlineexpertin und zertifizierte Digitalberaterin verbindet Petra Strategie, digitales Marketing und KI zu wirkungsvollen Online-Lösungen für Unternehmer:innen.
„Wir wollen den Blick weg von Technik, hin zum zentralen Erfolgsfaktor für digitale Transformation lenken: Dem aktiven Gestalten von und für Menschen in Organisationen.“
Im Podcast Vom Hype zum Handeln“ tauchen wir in weiteren Folgen noch tiefer in einzelne Aspekte ein, lassen Experten zu Wort kommen und stellen praktische Beispiele aus der Unternehmenspraxis vor. Dabei werden sowohl erfolgreiche Implementierungen als auch Lernerfahrungen aus weniger erfolgreichen Versuchen geteilt, um Unternehmen den Weg in die KI-gestützte Zukunft zu erleichtern.
In „Vom Hype zum Handeln“ …
- beleuchten wir verschiedene Anwendungsfelder
- teilen wir eigene Erfahrungen und Insights
- bieten wir Experteninterviews mit Praktikern
- stellen wir konkrete Implementierungsbeispiele vor
- besprechen wir KI-Entwicklungen

Deine Gastgeberin
- Petra LIEBL – Marketing-Beratung und Digitalisierungsexpertin
Content Bakery

